91V-Bedeutung erklärt - Was 615 kg und 240 km/h bedeuten

Guiseppe Naumann .

4. November 2026

Detailaufnahme eines gelben Autos mit Michelin-Reifen. Die Reifenbeschriftung "HL 285/40 ZR 20" gibt Auskunft über Größe und Tragfähigkeit. Die Bedeutung von "91V" bei Reifen ist wichtig für die Sicherheit.

Beim Kauf neuer Reifen tauchen hinter der Größe oft Angaben wie 91V auf. Die Reifen-91V-Bedeutung ist schnell erklärt, hat aber direkte Auswirkungen auf Tragfähigkeit, Fahrstabilität und die Zulässigkeit am eigenen Fahrzeug. Ich zeige, wofür beide Zeichen stehen, wie sie sich von 91H oder 94V unterscheiden und worauf du beim Reifenkauf in Deutschland achten solltest.

91V steht für 615 Kilogramm Tragfähigkeit und bis zu 240 km/h

  • 91 ist der Tragfähigkeitsindex und bedeutet maximal 615 kg pro Reifen unter Normbedingungen.
  • V bezeichnet den Geschwindigkeitsindex für bis zu 240 km/h.
  • Die Angabe gilt nur mit passendem Reifendruck und unter den vorgesehenen Betriebsbedingungen.
  • Entscheidend sind die Werte aus Fahrzeugschein, CoC-Dokument und Reifenfreigabe.
  • Ein höherer Index ist meist möglich, ein niedrigerer darf nicht einfach montiert werden.

Die Kennzeichnung 91V einfach entschlüsselt

Die Zahl 91 steht für den Lastindex, auch Tragfähigkeitsindex oder Load Index genannt. Sie bedeutet, dass ein einzelner Reifen unter den festgelegten Bedingungen bis zu 615 kg tragen kann. Das gilt pro Reifen, nicht für die gesamte Achse.

Der Buchstabe V ist der Geschwindigkeitsindex. Ein V-Reifen ist für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h ausgelegt. Das bedeutet nicht, dass das Fahrzeug tatsächlich 240 km/h fahren darf. Maßgeblich bleiben die technische Höchstgeschwindigkeit des Autos, die Fahrzeugpapiere und die geltenden Verkehrsvorschriften.

Angabe Bedeutung Wert
91 Lastindex 615 kg pro Reifen
V Geschwindigkeitsindex bis 240 km/h
91V Kombination aus Last- und Speed-Index 615 kg und 240 km/h unter Normbedingungen

Bei einer vollständigen Bezeichnung wie 205/55 R16 91V beschreiben die übrigen Zeichen die Reifengröße. 205 steht für die Breite in Millimetern, 55 für das Verhältnis von Flankenhöhe zu Breite, R für Radialbauweise und 16 für den passenden Felgendurchmesser in Zoll. Das R ist also kein Geschwindigkeitszeichen.

Was 615 kg pro Reifen im Alltag wirklich bedeuten

Rechnerisch ergeben vier Reifen mit Lastindex 91 eine Tragfähigkeit von 2.460 kg. Diese Zahl darf aber nicht einfach mit dem zulässigen Gesamtgewicht des Autos gleichgesetzt werden. Ich prüfe bei einer Reifenfreigabe immer zuerst die zulässigen Achslasten, weil die Belastung zwischen Vorder- und Hinterachse nicht gleich verteilt sein muss.

Steht beispielsweise eine maximale Achslast von 1.240 kg in den Fahrzeugpapieren, muss jeder Reifen dieser Achse mindestens 620 kg tragen können. Ein Reifen mit Lastindex 91 und seinen 615 kg wäre dann bereits zu knapp. Dafür wäre mindestens Lastindex 92 mit 630 kg erforderlich.

Hinzu kommen Geschwindigkeit und Luftdruck. Bei hohen Geschwindigkeiten erwärmt sich der Reifen stärker, wodurch seine Belastbarkeit sinken kann. Bei einem V-Reifen kann die Tragfähigkeit am oberen Geschwindigkeitslimit auf ungefähr 91 Prozent des Tabellenwertes zurückgehen. Aus 615 kg werden dann grob 560 kg, wobei die konkrete Bewertung von Reifentyp, Luftdruck und Herstellerangaben abhängt.

Auch der richtige Luftdruck ist entscheidend. Die Werte des Lastindex gelten nicht unabhängig vom Fülldruck. Ein zu niedrig gefüllter Reifen kann sich stärker erwärmen und seine zulässige Tragfähigkeit verlieren. Den passenden Druck findest du am Aufkleber im Tankdeckel, an der Türsäule oder in der Betriebsanleitung.

91H, 91V oder 91W vergleichen

Die Zahl bleibt bei diesen Beispielen gleich, daher ist die Tragfähigkeitsklasse zunächst identisch. Der Unterschied liegt im Buchstaben. Der ADAC ordnet H-Reifen bis 210 km/h, V-Reifen bis 240 km/h und W-Reifen bis 270 km/h ein.

Kennung Maximale Reifengeschwindigkeit Typische Einordnung
91H 210 km/h Viele kompakte und mittlere Pkw
91V 240 km/h Häufige Serienbereifung schnellerer Mittelklassemodelle
91W 270 km/h Fahrzeuge mit höherer bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit

Ein höherer Geschwindigkeitsindex ist normalerweise zulässig, wenn Größe, Lastindex, Bauart und Fahrzeugfreigabe ebenfalls passen. Ein W-Reifen ersetzt einen V-Reifen daher oft problemlos. Ich würde aber nicht automatisch den höchsten Buchstaben kaufen, denn ein höherer Speed-Index ist nicht in jedem Fall komfortabler, leiser oder wirtschaftlicher.

Auch beim Lastindex gilt: 94V ist nicht dasselbe wie 91V. Ein Reifen mit Index 94 darf bis zu 670 kg pro Reifen tragen und bietet damit mehr Reserven. Das kann bei schweren Fahrzeugen, hoher Zuladung oder Elektroautos sinnvoll sein. Er ersetzt den vorgeschriebenen 91V-Reifen jedoch nur, wenn die komplette Kombination technisch und rechtlich freigegeben ist.

So prüfst du die richtige Reifenkennung vor dem Kauf

  1. Reifengröße ablesen: Kontrolliere Breite, Querschnitt und Felgendurchmesser, zum Beispiel 205/55 R16.
  2. Lastindex vergleichen: Prüfe, ob der Wert mindestens zur höchsten zulässigen Achslast passt.
  3. Geschwindigkeitsindex prüfen: Vergleiche den Buchstaben mit den Vorgaben in der Zulassungsbescheinigung Teil I und im CoC-Dokument.
  4. Zusatzkennungen beachten: Achte auf XL, Reinforced, Runflat oder herstellerspezifische Freigaben, falls sie vorgeschrieben sind.
  5. Luftdruck und Achse berücksichtigen: Montiere keine beliebige Kombination und verwende auf einer Achse möglichst identische Reifen.

Im Fahrzeugschein findest du die eingetragene Reifengröße und häufig auch die maßgeblichen Indexangaben in den Feldern 15.1 und 15.2. Das CoC-Dokument kann zusätzliche zulässige Rad-Reifen-Kombinationen enthalten. Gerade bei größeren Felgen oder einer Umrüstung ist dieses Dokument oft zuverlässiger als ein Blick auf die bisher montierten Reifen.

Ein höherer Last- oder Geschwindigkeitsindex ist meistens unproblematisch, sofern alle anderen Merkmale stimmen. Einen niedrigeren Lastindex solltest du dagegen nicht verwenden. Eine zu geringe Tragfähigkeit kann zu stärkerer Erwärmung, instabilem Fahrverhalten und im schlimmsten Fall zu einem Reifenschaden führen.

Besonderheiten bei Winter- und Ganzjahresreifen

Bei Winter- und Ganzjahresreifen darf der Geschwindigkeitsindex unter bestimmten Voraussetzungen niedriger sein als die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs. Dafür muss im Sichtfeld des Fahrers ein Hinweis auf die reduzierte Höchstgeschwindigkeit angebracht sein oder im Fahrzeugdisplay erscheinen. Diese Grenze darf dann selbstverständlich nicht überschritten werden.

Für winterliche Straßenverhältnisse ist in Deutschland das Alpine-Symbol mit Berg, Schneeflocke und drei Gipfeln entscheidend. Die alte M+S-Kennzeichnung allein genügt für neuere Reifen nicht mehr. Der Lastindex muss auch bei Winter- und Ganzjahresreifen vollständig zur Achslast passen.

Ein häufiger Fehlkauf entsteht, wenn nur die Reifengröße beachtet wird. Ein 205/55 R16 kann je nach Variante als 91H, 91V, 94V oder mit XL-Kennung angeboten werden. Diese Reifen sehen ähnlich aus, haben aber nicht dieselben technischen Eigenschaften. Die Kombination auf der Flanke muss deshalb vollständig gelesen werden.

Mein Entscheidungscheck für 91V-Reifen

Passt die vorgeschriebene Größe, erreicht der Reifen mindestens den erforderlichen Lastindex und ist der Geschwindigkeitsindex nicht niedriger als erlaubt, ist die Kennung 91V grundsätzlich klar einzuordnen. 91 bedeutet 615 kg pro Reifen, V bedeutet bis 240 km/h.

Meine wichtigste Empfehlung lautet, die Zahl nicht isoliert zu betrachten. Reifendruck, Achslast, Fahrzeugfreigabe und Einsatzart gehören zusammen. Wer diese vier Punkte prüft, vermeidet die typischen Fehler beim Reifenkauf und fährt mit einer technisch passenden Bereifung sicherer durch den Alltag.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Die 91 steht für den Lastindex und erlaubt bis zu 615 kg pro Reifen unter Normbedingungen. V ist der Geschwindigkeitsindex für bis zu 240 km/h. Das bedeutet nicht, dass das Fahrzeug diese Geschwindigkeit fahren darf.
Nein, rechnerisch müsste jeder Reifen dieser Achse mindestens 620 kg tragen können. Ein Reifen mit Lastindex 91 schafft 615 kg und wäre damit zu knapp. Dafür wäre mindestens Lastindex 92 mit 630 kg erforderlich.
Die Tragfähigkeit ist bei gleicher Zahl identisch. 91H ist bis 210 km/h, 91V bis 240 km/h und 91W bis 270 km/h ausgelegt. Ein höherer Geschwindigkeitsindex ist meist möglich, sofern Größe, Lastindex und Fahrzeugfreigabe passen.
94V bietet mit bis zu 670 kg pro Reifen eine höhere Tragfähigkeit als 91V. Die Montage ist nur zulässig, wenn die vollständige Kombination aus Reifengröße, Bauart, Geschwindigkeitsindex und Fahrzeugfreigabe passt. Maßgeblich sind Fahrzeugschein, CoC-Dokument und Reifenfreigabe.
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Autor Guiseppe Naumann
Guiseppe Naumann
Mein Name ist Guiseppe Naumann und ich bringe fünf Jahre Erfahrung im Bereich Auto-Ratgeber, Wartung und Mobilität mit. Schon früh faszinierte mich die Welt der Automobile – die Technik, die Innovationen und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Diese Leidenschaft treibt mich an, komplexe Themen verständlich zu machen und meinen Lesern zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Fahrzeugwartung, Mobilitätstrends und praktische Tipps für Autofahrer. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und den Vergleich von Informationen, um sicherzustellen, dass meine Beiträge aktuell und genau sind. Mein Ziel ist es, nützliche und nachvollziehbare Inhalte zu bieten, die sowohl Neulinge als auch erfahrene Autofahrer ansprechen.
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