Der Imperial All Season Driver ist ein typischer Ganzjahresreifen für Fahrer, die vor allem wenig ausgeben wollen und einen einfachen, ganzjährigen Kompromiss suchen. Entscheidend ist bei diesem Modell aber nicht das Marketing, sondern wie er sich bei Nässe, Schnee und beim Bremsen wirklich verhält. Genau darum geht es hier: um eine nüchterne Einordnung der Leistung, um die typischen Schwächen und darum, für wen der Reifen in Deutschland überhaupt sinnvoll sein kann.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Der Imperial All Season Driver gehört klar ins Budgetsegment und spielt seinen Preisvorteil vor allem an der Kasse aus.
- In Tests fallen vor allem die langen Bremswege auf nasser Fahrbahn und die schwachen Reserven bei Aquaplaning auf.
- Auf Schnee reicht die Leistung je nach Größe höchstens für ein knappes Mittelfeld, teils auch deutlich darunter.
- Das geringe Geräuschniveau ist ein Plus, ersetzt aber keine guten Sicherheitswerte.
- Für Stadtverkehr, wenig Jahreskilometer und ein enges Budget kann er ein Kompromiss sein, für anspruchsvollere Profile eher nicht.
Wie der Reifen in aktuellen Tests abschneidet
Das Bild ist ziemlich eindeutig: Der Imperial All Season Driver landet in unabhängigen Vergleichen eher am unteren Rand des Feldes als im soliden Mittelfeld. In einem SUV-Test mit der Größe 215/65 R17 stand er auf dem letzten Platz und wurde mit nicht empfehlenswert bewertet. In einer anderen SUV-Dimension reichte es zwar nur zu einer ausreichenden Gesamtwertung, aber auch dort mit klaren Schwächen bei Nässe.
| Test | Dimension | Ergebnis | Lesart |
|---|---|---|---|
| SUV-Vergleich | 215/65 R17 | 10. Platz, nicht empfehlenswert | Sehr schwach im Gesamtpaket, trotz attraktivem Preis |
| SUV-Vergleich | 235/65 R17 | 4,2, ausreichend | Leises Abrollgeräusch und niedriger Preis, aber verlängerte Nassbremswege |
| Bremsvergleich mit 30 Ganzjahresreifen | 225/40 R18 | 23. Platz trocken, 22. Platz nass | Deutlich hinter den besseren Modellen beim Verzögern |
Genau das ist der Kern des Problems: Der Reifen ist nicht in erster Linie teuer oder laut, sondern in den sicherheitsrelevanten Disziplinen zu schwach. Wenn ein Allwetterreifen im entscheidenden Moment auf nasser Straße einen längeren Bremsweg braucht, ist das im Alltag kein theoretischer Makel, sondern ein reales Risiko. Deshalb lohnt sich der Blick auf die einzelnen Fahrzustände noch einmal getrennt.
Wo die Schwächen technisch entstehen
Nässe
Bei Nässe zeigt der Imperial All Season Driver seine deutlichste Schwäche. Längere Nassbremswege bedeuten ganz praktisch, dass der Wagen früher oder später zu spät steht, wenn der Vordermann unerwartet bremst oder die Kreuzung enger ist als gedacht. Dazu kommen schwächere Aquaplaningwerte, also weniger Reserve, wenn sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein Wasserfilm bildet. Genau an dieser Stelle wird aus einem günstigen Reifen schnell ein teurer Fehler.
Schnee
Auf Schnee wirkt das Profil ebenfalls nicht überzeugend genug, um Vertrauen zu erzeugen. Die Ergebnisse in den SUV-Tests zeigen, dass Traktion, Bremsen und Handling eher am unteren Ende liegen. Für kurze, vorsichtige Fahrten im Flachland kann das noch ausreichen, aber echte Winterreserve sieht anders aus. Wer regelmäßig frühmorgens auf vereisten Nebenstraßen fährt oder ins Mittelgebirge muss, merkt den Unterschied sofort.
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Trockenheit und Komfort
Im Trockenen ist der Reifen nicht völlig chancenlos. Das Fahrgeräusch wird eher als angenehm beschrieben, und auch der Komfort ist ein kleiner Pluspunkt. Aber ich würde diesen Vorteil nicht überbewerten: Ein leiser Reifen ist nett, ein verlässlicher Reifen ist wichtiger. Der trockene Alltag kann die Defizite auf Nässe und Schnee nicht aufwiegen, vor allem nicht bei höheren Geschwindigkeiten oder bei schwereren Fahrzeugen.
Unterm Strich bleibt also ein klarer Kompromissreifen mit einer engen Komfortzone. Genau daraus ergibt sich die nächste Frage: Für wen kann man ihn trotzdem noch vertreten, ohne sich etwas vorzumachen?
Für wen ich ihn überhaupt in Betracht ziehen würde
Ich würde den Imperial All Season Driver nur in wenigen Szenarien überhaupt diskutieren. Er passt am ehesten zu Fahrern, die wenig Kilometer fahren, überwiegend innerorts unterwegs sind und in einer Region mit milden Wintern leben. Wer den Wagen als Zweitauto nutzt oder bei jedem Reifenwechsel auf den Preis schaut, bekommt hier immerhin einen günstigen Einstieg.
| Fahrprofil | Einschätzung | Warum |
|---|---|---|
| Stadtverkehr, kurze Strecken, wenig Autobahn | Bedingt passend | Komfort und Geräusch sind okay, die Sicherheitsreserve bleibt aber begrenzt |
| Flachland mit moderaten Wintern | Nur mit klarem Preisfokus | Alltag ist möglich, aber nicht auf Spitzenniveau |
| Viel Regen, schneller Verkehr, schweres Fahrzeug | Eher nicht | Nassbremsen und Aquaplaning sind zu schwach |
| Bergregion, Winterurlaub, häufige Beladung | Klar nicht | Die Schneereserven reichen dafür nicht sauber aus |
Typische Fehler beim Kauf sehe ich immer wieder dieselben: Man schaut nur auf den Preis pro Reifen, verwechselt das EU-Label mit einem echten Praxistest, unterschätzt die Traglast bei SUVs oder ignoriert das Produktionsdatum. Gerade bei einem günstigen Modell ist diese Selbstkontrolle wichtig, weil der Preisvorteil sonst schnell durch ein falsches Einsatzprofil aufgefressen wird. Bevor du dich festlegst, lohnt deshalb der Blick auf Kennzeichnung und Größenfrage.
Größen, Label und Preisniveau richtig lesen
Der Reifen ist im Handel in vielen Dimensionen erhältlich, und die Preise liegen je nach Größe meist im unteren Segment. Ich habe online Beispiele gesehen, die grob von 39,56 Euro bis 80,45 Euro pro Reifen reichen. Das macht den Imperial attraktiv, aber eben auch verdächtig günstig im Vergleich zu den stärkeren Markenreifen.
Bei den gelisteten Größen variiert das EU-Label je nach Dimension. Es tauchen unter anderem Kombinationen wie C bei Rollwiderstand, B oder C bei Nasshaftung und 71 bis 72 dB beim Außengeräusch auf. Dazu kommt das 3PMSF-Symbol, also die Schneeflocke im Bergpiktogramm. Für Deutschland ist das wichtig, weil ein Ganzjahresreifen damit überhaupt erst als wintertauglich im rechtlichen Sinn relevant wird. Der ADAC weist seit Jahren darauf hin, dass genau dieser Kompromiss im Alltag nur dann funktioniert, wenn das Einsatzprofil wirklich passt.
| Beispielgröße | Rollwiderstand | Nasshaftung | Außengeräusch |
|---|---|---|---|
| 225/55 R17 | C | B | 71 dB |
| 195/60 R18 XL | C | C | 71 dB |
| 255/50 R20 XL | C | B | 72 dB |
Das wirkt auf dem Papier ordentlich, doch das Label allein erzählt nicht die ganze Geschichte. Wenn ein Reifen im Realtest bei Nässe oder Schnee schwächelt, hilft eine gut wirkende Einstufung nur begrenzt. Genau deshalb lohnt sich als nächster Schritt der Vergleich mit Modellen, die in denselben Größen deutlich besser abgeschnitten haben.
Welche Alternativen ich zuerst vergleichen würde
Wenn du den Imperial All Season Driver ins Auge fasst, würde ich daneben sofort andere Ganzjahresreifen legen, die in der Praxis stärker wirken. Besonders sinnvoll sind der Goodyear Vector 4Seasons Gen-3, der Continental AllSeasonContact 2, der Pirelli Cinturato All Season SF3 und der Bridgestone Turanza All Season 6. Für SUVs ist außerdem der Hankook Kinergy 4S2 X eine Referenz, weil er die typische Kompromissfrage deutlich besser auflöst.
| Modell | Warum es als Vergleich taugt |
|---|---|
| Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 | Ausgewogen, mit starkem Allround-Charakter |
| Continental AllSeasonContact 2 | Sehr gute Balance für nasse und wechselhafte Bedingungen |
| Pirelli Cinturato All Season SF3 | Moderne Abstimmung mit starkem Sicherheitsfokus |
| Bridgestone Turanza All Season 6 | Ruhig, ausgewogen und für viele Alltagsprofile überzeugend |
| Hankook Kinergy 4S2 X | Besonders interessant für schwere Fahrzeuge und SUV-Fahrer |
Der praktische Punkt ist simpel: Der Aufpreis zu diesen Modellen ist oft kleiner, als man zuerst denkt, der Sicherheitsgewinn aber deutlich spürbarer. Wenn du also nicht zwingend den niedrigsten Preis brauchst, ist ein Vergleich fast immer sinnvoll. Genau daraus ergibt sich die abschließende Einordnung für 2026.
Meine praktische Schlussfolgerung für 2026
Ich sehe den Imperial All Season Driver nicht als schlechten Reifen in jeder Hinsicht, sondern als klaren Preisreifen mit engen Grenzen. Er kann für Wenigfahrer, Stadtprofile und sehr moderate Wetterbedingungen reichen, wenn das Budget hart gedeckelt ist. Für alles, was Richtung Autobahn, Regen, schweres Fahrzeug oder echte Winteransprüche geht, würde ich ihn nicht als erste Wahl nehmen.
- Kaufen, wenn der Preis die Hauptrolle spielt und du defensiv fährst.
- Lieber nicht kaufen, wenn Nässe, Schnee oder hohe Lasten im Alltag relevant sind.
- Vor dem Kauf prüfen, ob Traglast, Geschwindigkeitsindex und Größe exakt zum Fahrzeug passen.
Wenn ich die Testlage nüchtern zusammenfasse, bleibt meine Empfehlung klar: Den Imperial All Season Driver kann man als günstige Notlösung oder als bewussten Sparreifen betrachten, aber nicht als Reifen, der in puncto Sicherheit Maßstäbe setzt. Wer ein ruhigeres Gewissen auf nasser Straße haben will, fährt mit einem besseren Ganzjahresmodell meist entspannter und auf Dauer auch sinnvoller.