Goodride-Reifentest - Was taugen Sommer- und Winterreifen?

Guiseppe Naumann .

12. Oktober 2026

Winterreifen von Goodride im Test vor der chinesischen Flagge.

Wer bei Reifen vor allem auf den günstigen Preis schaut, sollte die Sicherheitsreserven nicht aus dem Blick verlieren. Ein Goodride-Reifentest zeigt nämlich kein einheitliches Markenbild, sondern deutliche Unterschiede zwischen Sommer-, Winter- und Ganzjahresmodellen. Ich ordne die bekannten Prüfergebnisse ein und zeige, für welchen Einsatz die Reifen vertretbar sein können und wann ich eher abraten würde.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Kein einheitliches Markenergebnis: Goodride-Modelle müssen einzeln nach Saison und Dimension bewertet werden.
  • Winterreifen kritisch: Der Goodride SW608 und der Z-507 Zuper Snow erhielten im ADAC-Test jeweils das Gesamturteil mangelhaft.
  • Sommerreifen differenzierter: Der SA37 zeigte im älteren Test ordentliche Aquaplaning-Eigenschaften, aber Schwächen bei Nässe und Lenkpräzision.
  • Das EU-Reifenlabel reicht nicht aus: Es bewertet nicht das komplette Fahrverhalten bei Schnee, Kurvenfahrt und Notmanövern.
  • Meine Kaufregel: Für häufige Autobahnfahrten, viel Regen oder Mittelgebirge würde ich unabhängig geprüfte Reifen mit besseren Sicherheitsreserven bevorzugen.

Winterreifen von Goodride im Test vor der chinesischen Flagge.

Was die bisherigen Goodride-Tests tatsächlich zeigen

Die kurze Antwort lautet: Goodride ist nicht pauschal gut oder schlecht. Entscheidend sind das konkrete Modell, die Reifengröße und der Einsatzzweck. Ein günstiger Sommerreifen kann im Alltag brauchbar sein, während ein Winterreifen derselben Marke bei Schnee oder Nässe deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Besonders aufschlussreich ist der Goodride SW608. Im Winterreifentest 2025 des ADAC kam er auf die Gesamtnote 5,5 und damit „mangelhaft“. Die größte Schwäche lag auf nasser Fahrbahn, wo die Fahrsicherheit ebenfalls mit 5,5 bewertet wurde. Auf trockener und winterlicher Fahrbahn reichte es jeweils nur für ein „ausreichend“.

Das ist kein kleiner Schönheitsfehler. Gerade bei einem Winterreifen zählen kontrollierbares Kurvenverhalten, kurze Bremswege und verlässliche Rückmeldung bei wechselnden Bedingungen. Ein niedriger Preis wiegt für mich nicht auf, wenn der Reifen bei Regen und Schneematsch nur geringe Reserven bietet.

Auch der Goodride Z-507 Zuper Snow fiel im ADAC-Test 2021 mit 5,5 durch. Auf Schnee war der Reifen besonders schwach. Beim Anfahren und im Handling reichte die Leistung nicht aus, außerdem gehörte er im Verschleißtest zu den schlechtesten Kandidaten.

Die Modelle schneiden nicht gleich ab

Bei den Sommerreifen fällt das Bild etwas ausgewogener aus. Der Goodride SA37 wurde in einem älteren Test der Auto Bild allrad mit „befriedigend“ bewertet. Positiv waren die sichere Aquaplaning-Beherrschung und das vergleichsweise niedrige Geräusch. Gleichzeitig bemängelten die Tester die begrenzte Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn sowie die nur mäßige Lenkpräzision.

Ein Bewertungsportal führt diesen Reifen aktuell mit einer besseren zusammengefassten Note. Ich würde das aber nicht mit einem modernen Testsieg verwechseln, denn die Bewertung basiert im Kern auf einem älteren Einzeltest. Bei Reifen ändern sich Mischungen, Produktionsserien und Konkurrenzniveau, deshalb sollte das Alter des Tests immer mitgelesen werden.

Modell Saison Ergebnis Stärken Schwächen
Goodride SW608 Winter 5,5 mangelhaft Geringer Abrieb, niedriger Rollwiderstand Sehr schwach bei Nässe, unsicheres Handling
Goodride Z-507 Zuper Snow Winter 5,5 mangelhaft Ordentliche Trockenbremsung Schwach auf Schnee, problematisches Handling
Goodride SA37 Sommer befriedigend Aquaplaning-Sicherheit, leises Abrollen Nur durchschnittliche Haftung und Lenkpräzision

Die Tabelle zeigt auch, warum pauschale Aussagen über die Marke zu kurz greifen. Beim Winterreifen sehe ich nach den bekannten Prüfungen ein klares Sicherheitsproblem. Beim SA37 lautet mein Urteil eher: preisorientiert und alltagstauglich, aber mit begrenzten Reserven.

So ordne ich Testergebnisse richtig ein

Ein Reifentest besteht nicht nur aus einem Bremsweg. Geprüft werden unter anderem Trocken- und Nassbremsen, Seitenführung, Aquaplaning, Lenkpräzision, Geräusch, Rollwiderstand und Verschleiß. Für mich sind die Sicherheitskriterien wichtiger als ein besonders niedriger Verbrauch oder ein leises Abrollgeräusch.

Beim SW608 lautete das EU-Reifenlabel D/C/B bei 72 Dezibel. Das bedeutet eine eher schwache Effizienz, eine mittlere Nasshaftung und ein ordentliches Außengeräusch. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, wie sicher der Reifen auf Schnee durch eine Kurve fährt oder wie gut er bei einem Ausweichmanöver reagiert.

Das Label ist deshalb ein guter erster Filter, ersetzt aber keinen unabhängigen Vergleichstest. Ein Reifen mit guter Nasshaftung auf dem Etikett kann im realen Handling trotzdem unpräzise wirken. Genau diese Differenz zwischen Laborwert und Fahreindruck wird von vielen Käufern unterschätzt.

Ebenso wichtig ist die Reifengröße. Ein Modell in 205/55 R16 kann sich anders verhalten als derselbe Name in 225/45 R17. Breite, Felgendurchmesser, Tragfähigkeitsindex und Fahrzeuggewicht beeinflussen Bremsweg und Fahrgefühl, weshalb ich Testergebnisse nie eins zu eins auf jede Variante übertrage.

Für wen Goodride-Reifen sinnvoll sein können

Ein günstiger Sommerreifen wie der SA37 kann für Fahrer mit niedriger Jahresfahrleistung, überwiegendem Stadtverkehr und moderater Geschwindigkeit interessant sein. Wer selten auf der Autobahn fährt und den Wagen bei starkem Regen notfalls stehen lassen kann, stellt andere Anforderungen als jemand mit langen Pendelstrecken.

Selbst in diesem Szenario würde ich den Reifen nur kaufen, wenn die konkrete Dimension geprüft wurde und der Preisvorteil deutlich ausfällt. Ein vermeintlich günstiger Satz verliert seinen Vorteil schnell, wenn Montage, Lagerung und ein früherer Austausch hinzukommen.

Bei Winterreifen bin ich deutlich zurückhaltender. Die bekannten Ergebnisse des SW608 und des Z-507 sprechen für mich gegen den Einsatz, wenn regelmäßig Schnee, Gefälle, Landstraßen oder Autobahnen gefahren werden. Für ein Fahrzeug, das im Winter täglich gebraucht wird, würde ich mindestens einen unabhängig gut geprüften Reifen aus dem mittleren Preissegment wählen.

Auch Ganzjahresreifen sollte man nicht automatisch als Kompromiss ohne Nachteile betrachten. Ein Modell mit Alpine-Symbol darf rechtlich bei winterlichen Bedingungen eingesetzt werden, muss aber trotzdem in der jeweiligen Größe bei Nässe, Schnee und Trockenheit überzeugen. Der Markenname allein sagt darüber wenig aus.

Mein Kaufcheck für Deutschland

Vor dem Kauf prüfe ich zuerst die Angaben im Fahrzeugschein und an der montierten Bereifung. Reifengröße, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex müssen zum Fahrzeug passen. Eine passende Größe mit falschem Lastindex ist keine gute Lösung, auch wenn der Reifen besonders günstig angeboten wird.

  • Bei Winter- und Ganzjahresreifen auf das Alpine-Symbol mit Berg und Schneeflocke achten.
  • Nur die M+S-Kennzeichnung reicht bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr aus.
  • Das Herstellungsdatum und den Zustand der Flanken kontrollieren.
  • Das gesetzliche Mindestprofil von 1,6 Millimetern nicht als ideales Sicherheitsmaß verstehen.
  • Bei Winterreifen sind rund 4 Millimeter Restprofil als praktische Orientierung sinnvoll.
  • Testergebnisse möglichst für die exakte Reifengröße und nicht nur für den Modellnamen vergleichen.

In Deutschland gilt die Winterreifenpflicht situativ. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen auf allen Radpositionen geeignete Reifen mit Alpine-Symbol montiert sein. Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass ein Verstoß mindestens 60 Euro und einen Punkt in Flensburg kosten kann.

Bei einem Reifenwechsel würde ich außerdem nicht nur den Stückpreis betrachten. Ein Satz, der 20 Euro pro Reifen günstiger ist, spart zunächst 80 Euro. Wenn der Reifen dafür bei Nässe deutlich früher an seine Grenzen kommt oder schneller verschleißt, ist dieser Vorteil im Alltag schnell relativiert.

Was vom Goodride-Reifentest für die Praxis bleibt

Mein Fazit fällt bewusst differenziert aus. Goodride-Sommerreifen können je nach Modell eine günstige Lösung für einfache Einsatzbedingungen sein, doch die bekannten Schwächen bei Haftung und Lenkpräzision sollte man ernst nehmen. Bei den geprüften Goodride-Winterreifen fällt die Bilanz dagegen klar negativ aus.

Wer nur einen niedrigen Anschaffungspreis sucht, findet bei Goodride passende Angebote. Wer jedoch häufig bei Regen, Schnee oder auf der Autobahn unterwegs ist, sollte die Sicherheitsreserven höher gewichten und einen Reifen mit überzeugenden unabhängigen Testergebnissen wählen. Genau dort liegt für mich der entscheidende Unterschied zwischen „billig montiert“ und langfristig vernünftig gekauft.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Beide Modelle erhielten im ADAC-Test das Gesamturteil 5,5 und damit „mangelhaft“. Der SW608 war besonders bei Nässe schwach, während der Z-507 Zuper Snow vor allem auf Schnee und im Handling enttäuschte.
Der SA37 wurde in einem älteren Test mit „befriedigend“ bewertet. Er überzeugte beim Aquaplaning und durch leises Abrollen, zeigte aber nur durchschnittliche Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn sowie eine mäßige Lenkpräzision.
Das Label informiert unter anderem über Rollwiderstand, Nasshaftung und Außengeräusch. Es zeigt jedoch nicht vollständig, wie sich ein Reifen bei Schnee, in Kurven oder bei einem Ausweichmanöver verhält. Deshalb ersetzt es keinen unabhängigen Vergleichstest.
Reifengröße, Tragfähigkeitsindex und Geschwindigkeitsindex müssen zum Fahrzeug passen. Bei Winter- und Ganzjahresreifen ist das Alpine-Symbol erforderlich, während die reine M+S-Kennzeichnung nicht mehr ausreicht. Außerdem sollten Herstellungsdatum, Flankenzustand und möglichst Testergebnisse der exakten Reifengröße geprüft werden.
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Autor Guiseppe Naumann
Guiseppe Naumann
Mein Name ist Guiseppe Naumann und ich bringe fünf Jahre Erfahrung im Bereich Auto-Ratgeber, Wartung und Mobilität mit. Schon früh faszinierte mich die Welt der Automobile – die Technik, die Innovationen und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Diese Leidenschaft treibt mich an, komplexe Themen verständlich zu machen und meinen Lesern zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Fahrzeugwartung, Mobilitätstrends und praktische Tipps für Autofahrer. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und den Vergleich von Informationen, um sicherzustellen, dass meine Beiträge aktuell und genau sind. Mein Ziel ist es, nützliche und nachvollziehbare Inhalte zu bieten, die sowohl Neulinge als auch erfahrene Autofahrer ansprechen.
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