Lastindex bei Reifen richtig bestimmen und Tabelle verstehen

Guiseppe Naumann .

20. Oktober 2026

Traglast Reifen Tabelle: Lastindex gibt kg-Angabe für Reifenbelastung an. Finden Sie hier die passende Traglastzahl.

Beim Reifenwechsel entscheidet nicht nur die Größe, sondern auch die Zahl am Ende der Reifenbezeichnung. Sie legt fest, wie viel Gewicht jeder einzelne Reifen sicher tragen darf. In diesem Beitrag zeige ich die wichtigsten Traglastwerte, erkläre die passende Tabelle und führe vor, wie du den richtigen Lastindex anhand der Fahrzeugpapiere ermittelst.

Die wichtigsten Werte für die richtige Reifenwahl auf einen Blick

  • Lastindex 94 bedeutet maximal 670 kg Tragfähigkeit pro Reifen.
  • Die zulässige Traglast wird achsweise mit der eingetragenen Achslast verglichen.
  • Ein höherer Lastindex ist meist möglich, ein niedrigerer Wert jedoch nicht automatisch zulässig.
  • Die tatsächliche Belastbarkeit hängt auch von Luftdruck, Geschwindigkeit und Reifenbauart ab.
  • Die verbindlichen Angaben findest du im Fahrzeugschein, CoC-Dokument oder der Herstellerfreigabe.

Was der Lastindex auf dem Reifen wirklich bedeutet

Der Lastindex, auch Tragfähigkeitsindex oder Load Index genannt, ist eine Kennzahl für die maximale Last pro Reifen. Die Zahl steht auf der Reifenflanke und wird nicht direkt in Kilogramm angegeben. Erst die standardisierte Tabelle zeigt, welche Tragfähigkeit dahintersteckt.

Bei der Kennzeichnung 225/45 R17 94V steht die 94 für eine maximale Tragfähigkeit von 670 kg je Reifen. Das ergibt rechnerisch 1.340 kg pro Achse, sofern die Betriebsbedingungen und der vorgeschriebene Luftdruck eingehalten werden. Der Buchstabe V beschreibt dagegen den Geschwindigkeitsindex und steht für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h.

Ich sehe in der Praxis häufig, dass Autofahrer nur auf die Reifengröße achten. Das ist riskant, denn ein Reifen mit passender Breite und passendem Durchmesser kann trotzdem einen zu niedrigen Lastindex haben. Gerade bei SUVs, Kombis, Elektroautos und Fahrzeugen mit hoher Zuladung macht dieser Unterschied viel aus.

Die Traglast-Reifen-Tabelle für gängige Autoreifen

Die folgende Übersicht zeigt die standardisierten Werte von Lastindex 50 bis 124. Die Angabe gilt jeweils für einen Reifen, nicht für die komplette Achse oder das gesamte Fahrzeug.

Lastindex Tragfähigkeit Lastindex Tragfähigkeit Lastindex Tragfähigkeit
50 190 kg 75 387 kg 100 800 kg
51 195 kg 76 400 kg 101 825 kg
52 200 kg 77 412 kg 102 850 kg
53 206 kg 78 425 kg 103 875 kg
54 212 kg 79 437 kg 104 900 kg
55 218 kg 80 450 kg 105 925 kg
56 224 kg 81 462 kg 106 950 kg
57 230 kg 82 475 kg 107 975 kg
58 236 kg 83 487 kg 108 1.000 kg
59 243 kg 84 500 kg 109 1.030 kg
60 250 kg 85 515 kg 110 1.060 kg
61 257 kg 86 530 kg 111 1.090 kg
62 265 kg 87 545 kg 112 1.120 kg
63 272 kg 88 560 kg 113 1.150 kg
64 280 kg 89 580 kg 114 1.180 kg
65 290 kg 90 600 kg 115 1.215 kg
66 300 kg 91 615 kg 116 1.250 kg
67 307 kg 92 630 kg 117 1.285 kg
68 315 kg 93 650 kg 118 1.320 kg
69 325 kg 94 670 kg 119 1.360 kg
70 335 kg 95 690 kg 120 1.400 kg
71 345 kg 96 710 kg 121 1.450 kg
72 355 kg 97 730 kg 122 1.500 kg
73 365 kg 98 750 kg 123 1.550 kg
74 375 kg 99 775 kg 124 1.600 kg

Einige typische Beispiele helfen bei der Einordnung. Lastindex 88 steht für 560 kg, 91 für 615 kg, 94 für 670 kg und 101 für 825 kg pro Reifen. Die Werte steigen nicht gleichmäßig an, deshalb solltest du die Tragfähigkeit nicht aus der Zahl schätzen.

So ermittelst du den vorgeschriebenen Lastindex

Die wichtigste Zahl steht nicht auf dem Reifen, sondern in den Fahrzeugunterlagen. Im Fahrzeugschein findest du die zulässigen Reifengrößen meist unter den Feldern 15.1 und 15.2. Für weitere freigegebene Rad-Reifen-Kombinationen ist das CoC-Dokument oft die bessere Quelle.

Die Achslast ist entscheidend

Für die Berechnung teilst du die zulässige Achslast durch zwei. Beträgt die maximale Hinterachslast beispielsweise 1.240 kg, muss jeder Reifen dort mindestens 620 kg tragen können. In der Tabelle reicht Lastindex 91 mit 615 kg deshalb nicht aus, während Lastindex 92 mit 630 kg die notwendige Reserve bietet.

Die zulässige Gesamtmasse des Autos allein hilft bei dieser Prüfung nicht weiter. Entscheidend ist, wie viel Gewicht jeweils auf Vorder- und Hinterachse liegen darf. Ich prüfe deshalb immer beide Achsen getrennt, besonders bei Fahrzeugen mit schwerem Motor, großer Batterie oder häufig genutzter Anhängerkupplung.

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Ein höherer Wert ist nicht automatisch die beste Lösung

Ein Reifen mit höherem Lastindex kann grundsätzlich mehr tragen. Trotzdem muss die komplette Kombination aus Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitsindex, Felge und Fahrzeugfreigabe passen. Ein deutlich höherer Index kann außerdem eine steifere Karkasse und dadurch ein härteres Fahrverhalten bedeuten.

Warum Luftdruck, Geschwindigkeit und Bauart mitentscheiden

Die Angaben in der Tabelle gelten nur unter den vorgesehenen Prüfbedingungen. Die tatsächliche Tragfähigkeit hängt wesentlich vom Reifenfülldruck ab. Zu wenig Luft erhöht die Verformung und Erwärmung des Reifens, wodurch sich Fahrverhalten, Verschleiß und Sicherheit verschlechtern.

Den korrekten Druck findest du am Aufkleber in der Tankklappe, an der B-Säule oder in der Betriebsanleitung. Maßgeblich ist die Vorgabe des Fahrzeugherstellers und nicht der maximale Druck, der auf der Reifenflanke steht.

Auch hohe Geschwindigkeit kann die nutzbare Tragfähigkeit beeinflussen. Bei bestimmten Geschwindigkeitsklassen gelten je nach Reifenmodell und Hersteller Abschläge bei der Belastbarkeit. Deshalb reicht es nicht, nur die Kilogrammzahl aus der Tabelle abzulesen.

Bei Reifen mit den Kürzeln XL, Reinforced, C oder CP gelten zusätzliche Besonderheiten. XL-Reifen sind verstärkt und für höhere Lasten ausgelegt. C-Reifen werden häufig bei Transportern eingesetzt, während CP-Reifen speziell für viele Wohnmobile entwickelt wurden. Diese Bauarten solltest du nicht ohne Freigabe gegeneinander austauschen.

Diese Fehler passieren beim Reifenkauf besonders oft

  • Nur die Reifengröße vergleichen: 205/55 R16 beschreibt noch nicht, ob der Reifen den erforderlichen Lastindex besitzt.
  • Die Achslast durch vier teilen: Für die Auswahl wird jede Achse einzeln betrachtet und durch zwei geteilt.
  • Den höheren Wert blind wählen: Ein höherer Lastindex ist nur sinnvoll, wenn Reifen, Felge und Fahrzeug dafür freigegeben sind.
  • Den Luftdruck unterschätzen: Der Tabellenwert gilt nicht unabhängig vom vorgeschriebenen Fülldruck.
  • Sommer- und Winterreifen verwechseln: Für beide Reifensätze können unterschiedliche Größen oder Indexwerte zugelassen sein.

Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft die DOT-Nummer. Sie informiert über das Herstellungsdatum, sagt aber nichts über die Tragfähigkeit aus. Dafür ist ausschließlich die Lastindexzahl in der Reifenbezeichnung zuständig.

Wenn ein Reifenhändler oder Online-Shop mehrere Varianten anbietet, vergleiche ich zuerst die vollständige Kennzeichnung und erst danach Preis, Rollwiderstand oder Geräuschwert. Ein günstiger Reifen mit unpassender Traglast ist keine Ersparnis, sondern schlicht die falsche Wahl.

Der sichere Kurzcheck vor dem Reifenkauf

Notiere zuerst die zulässigen Achslasten und die freigegebenen Reifengrößen aus den Fahrzeugpapieren. Ermittle danach für jede Achse den mindestens erforderlichen Lastindex und gleiche ihn mit der vollständigen Reifenbezeichnung ab.

  • Reifengröße mit Fahrzeugschein oder CoC abgleichen.
  • Lastindex mindestens nach Vorgabe wählen.
  • Geschwindigkeitsindex und mögliche Sonderregeln prüfen.
  • Reifenbauart wie XL, C oder CP berücksichtigen.
  • Nach der Montage den vorgeschriebenen Luftdruck einstellen.

Wer diese fünf Punkte kontrolliert, hat die entscheidende Auswahl bereits sauber erledigt. Die Tabelle liefert die Kilogrammwerte, aber die Fahrzeugpapiere bestimmen, welcher Wert für dein Auto tatsächlich zulässig ist.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Lastindex 94 steht für eine maximale Tragfähigkeit von 670 kg pro Reifen. Bei einer Achse entspricht das rechnerisch 1.340 kg, sofern der vorgeschriebene Luftdruck und die vorgesehenen Betriebsbedingungen eingehalten werden. Das V in 94V bezeichnet dagegen den Geschwindigkeitsindex und steht für bis zu 240 km/h.
Teile die zulässige Achslast durch zwei, weil jeder Reifen dieser Achse die Hälfte tragen muss. Bei 1.240 kg Hinterachslast sind mindestens 620 kg pro Reifen erforderlich. Lastindex 91 mit 615 kg reicht dann nicht aus, während Lastindex 92 mit 630 kg die notwendige Tragfähigkeit bietet.
Ein höherer Lastindex kann grundsätzlich mehr Gewicht tragen, muss aber mit Reifengröße, Geschwindigkeitsindex, Felge und Fahrzeugfreigabe übereinstimmen. Ein deutlich höherer Wert kann außerdem eine steifere Karkasse und dadurch ein härteres Fahrverhalten verursachen.
Die Tabellenwerte gelten nur unter den vorgesehenen Prüfbedingungen. Zu niedriger Luftdruck kann Verformung, Erwärmung, Verschleiß und Sicherheitsrisiken erhöhen, während hohe Geschwindigkeit je nach Reifenmodell die nutzbare Tragfähigkeit beeinflussen kann. Bei XL-, Reinforced-, C- und CP-Reifen gelten zusätzliche Besonderheiten, weshalb diese Bauarten nur mit entsprechender Freigabe ausgetauscht werden sollten.
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Autor Guiseppe Naumann
Guiseppe Naumann
Mein Name ist Guiseppe Naumann und ich bringe fünf Jahre Erfahrung im Bereich Auto-Ratgeber, Wartung und Mobilität mit. Schon früh faszinierte mich die Welt der Automobile – die Technik, die Innovationen und die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Diese Leidenschaft treibt mich an, komplexe Themen verständlich zu machen und meinen Lesern zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. Ich schreibe über verschiedene Aspekte der Fahrzeugwartung, Mobilitätstrends und praktische Tipps für Autofahrer. Dabei lege ich großen Wert auf sorgfältige Recherche und den Vergleich von Informationen, um sicherzustellen, dass meine Beiträge aktuell und genau sind. Mein Ziel ist es, nützliche und nachvollziehbare Inhalte zu bieten, die sowohl Neulinge als auch erfahrene Autofahrer ansprechen.
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