Wer in eine enge Parklücke muss oder bequem einsteigen möchte, merkt schnell, warum der Peugeot 1007 bis heute interessant bleibt. Der kleine Van von Peugeot verbindet elektrische Schiebetüren mit einem erstaunlich variablen Innenraum, hat aber auch einige teure Schwachstellen. Ich zeige, welche Modelle und Motoren sinnvoll sind, worauf man beim Kauf achten sollte und wann ein günstiger Preis zur Kostenfalle wird.
Die wichtigsten Fakten zum kleinen Peugeot-Van auf einen Blick
- Bauzeit: Das Modell wurde in Deutschland etwa von 2005 bis 2009 angeboten.
- Besonderheit: Die beiden elektrischen Schiebetüren erleichtern das Ein- und Aussteigen in engen Parklücken.
- Empfehlung: Ein Benziner mit manuellem Fünfganggetriebe ist meist die überschaubarste Wahl.
- Vorsicht: Türantriebe, 2-Tronic-Getriebe, Elektrik und Fahrwerk können hohe Reparaturkosten verursachen.
- Preisniveau 2026: Gepflegte Fahrzeuge liegen häufig zwischen etwa 1.500 und 4.500 Euro, besonders gute Exemplare auch darüber.
Was den kleinen Van besonders macht
Der 1007 ist kein gewöhnlicher Kleinwagen. Mit einer Länge von rund 3,73 Metern, einer relativ hohen Karosserie und vier Sitzplätzen kombiniert er die Außenmaße eines Stadtautos mit dem Zugang eines kleinen Vans. Die Schiebetüren öffnen elektrisch und benötigen beim Einsteigen keinen seitlichen Schwenkraum.
Gerade in engen Garagen oder auf dicht belegten Parkplätzen ist das im Alltag ein echter Vorteil. Auch ältere Menschen profitieren vom breiten, geraden Einstieg. Ich halte diese Konstruktion für die stärkste Idee des Autos, gleichzeitig aber auch für den Bereich, den man vor dem Kauf am gründlichsten prüfen muss.
Die Rückbank lässt sich verschieben und geteilt umlegen. Je nach Stellung stehen ungefähr 178 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung, bei nach vorn geschobener oder umgelegter Rückbank deutlich mehr. Für den Großeinkauf reicht das, für eine vierköpfige Familie mit Urlaubsgepäck wird es jedoch schnell knapp.
Das Fahrverhalten ist eher komfortorientiert. Die erhöhte Sitzposition vermittelt Übersicht, die tatsächliche Sicht nach vorn wird durch die breite Karosserie und die A-Säulen aber nicht jedem gefallen. Auf kurzen Unebenheiten wirkt das Fahrwerk teilweise stößig, während die Karosserie in Kurven spürbar höher aufbaut als bei einem klassischen Kleinwagen.
Modelle und Motoren im Überblick
Eine zweite Generation gab es nicht. Der 1007 blieb während seiner gesamten Bauzeit technisch relativ ähnlich, wurde aber mit mehreren Benzin- und Dieselmotoren angeboten. Die Leistungsangaben können je nach Baujahr und Markt leicht abweichen.
| Motor | Leistung | Charakter | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|
| 1.4 Benziner | 75 PS | Einfacher Saugmotor, meist mit manuellem Getriebe | Für die Stadt ausreichend, auf der Autobahn eher gemütlich |
| 1.4 Benziner 16V | etwa 90 PS | Drehfreudiger, aber nicht besonders kräftig | Interessant, wenn Zustand und Wartung stimmen |
| 1.6 Benziner | etwa 109 bis 110 PS | Deutlich bessere Reserven, teils mit 2-Tronic | Die angenehmste Benzinervariante, wenn das Getriebe sauber arbeitet |
| 1.4 HDi | etwa 68 bis 70 PS | Sparsamer Diesel mit begrenzter Leistung | Nur für hohe Jahresfahrleistung und längere Strecken sinnvoll |
| 1.6 HDi | etwa 109 bis 110 PS | Kräftiger Diesel, teilweise mit Partikelfilter | Komfortabel auf Strecke, technisch aber aufwendiger |
Beim Benziner würde ich in erster Linie nach einem 1.4 mit Schaltgetriebe oder einem gut gepflegten 1.6 suchen. Der kleine Motor wirkt im schweren und hohen Fahrzeug nicht spritzig, ist mechanisch aber meist überschaubar. Realistisch sollte man je nach Strecke mit etwa 7 bis 8,5 Litern auf 100 Kilometer rechnen.
Der 1.6-Benziner passt besser, wenn regelmäßig Landstraße oder Autobahn gefahren wird. Der Verbrauch liegt eher bei 8 bis 9,5 Litern, dafür muss der Motor weniger angestrengt werden. Die Diesel verbrauchen häufig etwa 5 bis 6 Liter, lohnen sich bei einem fast 20 Jahre alten Auto aber nur, wenn Wartung, Abgasreinigung und Fahrprofil zusammenpassen.
Die Bezeichnung 2-Tronic klingt nach klassischer Automatik, beschreibt aber ein automatisiertes Schaltgetriebe. Es arbeitet mit einer normalen Kupplung, die von Stellmotoren betätigt wird. Beim Anfahren und bei langsamen Gangwechseln kann dieses System ruckeln. Wer eine wirklich sanfte Automatik erwartet, wird vom 1007 eher enttäuscht.
Die typischen Schwachstellen liegen nicht nur am Motor
Elektrische Schiebetüren
Die Türmechanik ist der bekannteste Prüfpunkt. Verschmutzte Führungsschienen, verschlissene Rollen, gelängte Seilzüge, defekte Sensoren oder schwache Antriebe können dazu führen, dass eine Tür nur langsam läuft, stehen bleibt oder mit einem Warnton wieder zurückfährt.
Ich würde beide Türen bei der Besichtigung mindestens fünfmal vollständig öffnen und schließen, jeweils über den Schlüssel, die Tasten im Innenraum und die äußeren Griffe. Sie sollten gleichmäßig laufen, sauber einrasten und nicht sichtbar nachjustieren. Eine Reinigung oder Einstellung kann noch überschaubar bleiben. Ein defekter Motor, ein Steuergerät oder eine komplette Mechanik kann dagegen schnell 500 bis über 1.000 Euro kosten.
2-Tronic und Kupplung
Bei Fahrzeugen mit 2-Tronic zählen nicht nur Fehlermeldungen. Entscheidend ist, wie sich das Auto im Alltag fährt. Ruckeln beim Anfahren, lange Denkpausen, blinkende Getriebeanzeigen oder ein eingelegter Gang, der plötzlich nicht mehr verfügbar ist, sprechen für Probleme an Kupplung, Stellmotor oder Getriebesteuerung.
Ein kurzer Diagnose-Check reicht deshalb nicht aus. Das Fahrzeug sollte kalt und warm gefahren werden, inklusive Rückwärtsgang, Rangieren am Berg und Stop-and-go. Ich würde einen 1007 mit auffälliger 2-Tronic nur kaufen, wenn der Preis einen deutlichen Reparaturpuffer lässt. Mehrere hundert Euro für eine Kupplung sind realistisch, bei Stellmotoren oder Steuerung kann die Rechnung in den vierstelligen Bereich steigen.
Motor, Zahnriemen und Abgasreinigung
Bei allen Motoren ist ein nachvollziehbarer Zahnriemenwechsel wichtig. Fehlt der Nachweis, sollte man den Wechsel inklusive Spannrollen und Wasserpumpe in die Kalkulation aufnehmen. Je nach Werkstatt und Motor sind dafür grob 500 bis 900 Euro einzuplanen.
Die frühen Fahrzeuge aus den Baujahren 2005 und 2006 fallen außerdem durch gelegentliche Probleme im Motormanagement und bei Startern auf. Das bedeutet nicht, dass jeder frühe 1007 unzuverlässig ist. Eine saubere Kaltstartprobe, ein ruhiger Leerlauf und ein ausgelesener Fehlerspeicher sind bei diesen Baujahren aber besonders wichtig.
Beim 1.6 HDi prüfe ich zusätzlich Turbolader, Abgasrückführung, Injektoren und gegebenenfalls den Partikelfilter. Viele kurze Stadtfahrten sind für einen alten Diesel ungünstig. Ein günstiger Diesel, der hauptsächlich fünf Kilometer zum Arbeitsplatz bewegt wurde, kann deshalb teurer werden als ein gepflegter Benziner.
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Fahrwerk, Lenkung und Elektrik
Bei der Hauptuntersuchung können ausgeschlagene Achsgelenke und zu viel Lenkungsspiel auffallen. Während der Probefahrt sollte das Auto nicht poltern, beim Bremsen nicht zur Seite ziehen und auf gerader Strecke nicht ständig korrigiert werden müssen.
Auch elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Klimaanlage, Gebläse und die Batterie verdienen Aufmerksamkeit. Eine schwache Batterie kann bei älteren Peugeot-Modellen mehrere scheinbar unabhängige Fehlermeldungen auslösen. Ich würde deshalb erst die Bordspannung prüfen und nicht jede Warnung sofort einem teuren Steuergerät zuschreiben.
Welche Version sich als Gebrauchtwagen lohnt
Meine erste Wahl wäre ein Benziner mit manuellem Getriebe, dokumentiertem Zahnriemenwechsel und funktionierenden Türen. Der 1.4 mit 75 PS ist kein Reisewagen für hohe Geschwindigkeiten, passt aber gut zu Stadtverkehr und kurzen Pendelstrecken.
Wer häufiger über Land fährt, ist mit dem 1.6-Benziner entspannter unterwegs. Dabei würde ich lieber ein Fahrzeug mit höherer Laufleistung und vollständiger Wartung nehmen als einen vermeintlichen Schnäppchenkauf mit wenig Kilometern, aber ungeklärter Getriebe- und Türhistorie.
| Variante | Passt zu | Darauf besonders achten |
|---|---|---|
| 1.4 Benziner, Schalter | Stadt, kurze Wege, niedrige Jahresfahrleistung | Zahnriemen, Ölverlust, schwache Beschleunigung bei voller Beladung |
| 1.6 Benziner, Schalter | Stadt und Überland, gelegentliche Reisen | Verbrauch, Zündanlage, Wartungsnachweise |
| 1.4 HDi | Viele Kilometer auf Landstraße | Turbolader, Injektoren, Kaltstart und Abgasnorm |
| 1.6 HDi | Lange Strecken und höhere Jahresfahrleistung | Partikelfilter, Turbo, Kupplung und Zweimassenschwungrad |
| 2-Tronic | Fahrer, die bewusst ein automatisiertes Getriebe möchten | Ruckeln, Schaltpausen, Fehlermeldungen und Reparaturhistorie |
Die aktuellen Angebotspreise streuen stark. Im deutschen Markt liegen einfache Fahrzeuge mit längerer Laufleistung oft bei 1.000 bis 2.000 Euro, brauchbare Exemplare mit gültiger Hauptuntersuchung meist bei etwa 2.000 bis 4.500 Euro. Für späte Baujahre mit niedriger Laufleistung, guter Ausstattung und Händlergarantie werden teilweise 5.000 bis 7.000 Euro verlangt.
Ein hoher Preis ist bei diesem Modell nicht automatisch übertrieben. Wegen des kleinen Angebots werden gepflegte Fahrzeuge mit funktionierenden Schiebetüren und nachvollziehbarer Historie überdurchschnittlich teuer inseriert. Ich würde trotzdem immer einen Reparaturpuffer von mindestens 1.000 Euro einplanen, weil einzelne Spezialteile nicht mehr so leicht verfügbar sind wie bei einem gewöhnlichen Kleinwagen.
So prüfe ich einen 1007 vor dem Kauf
Die Besichtigung sollte nicht bei einer kurzen Runde um das Auto enden. Bei einem fast 20 Jahre alten Spezialmodell ist die Funktionsprüfung wichtiger als eine glänzende Außenfarbe.
- Fahrzeughistorie prüfen: Rechnungen, HU-Berichte, Zahnriemen und Kilometerstand müssen zusammenpassen.
- Beide Schiebetüren testen: Mehrfach öffnen, schließen und auf ungewöhnliche Geräusche oder Warntöne achten.
- Kaltstart verlangen: Der Motor sollte ohne langes Orgeln anspringen und nach wenigen Sekunden ruhig laufen.
- Getriebe beobachten: Bei 2-Tronic alle Fahrstufen, Rückwärtsgang und langsames Rangieren ausprobieren.
- Fahrwerk hören: Auf schlechtem Asphalt auf Poltern, Knacken und schwammige Lenkung achten.
- Elektrik vollständig bedienen: Fensterheber, Klimaanlage, Gebläse, Zentralverriegelung, Beleuchtung und Radio prüfen.
- Diagnose durchführen lassen: Ein unabhängiger Gebrauchtwagencheck kostet oft etwa 100 bis 200 Euro und kann deutlich teurere Überraschungen verhindern.
Auf der Hebebühne interessieren mich vor allem die Vorderachse, Bremsleitungen, Ölundichtigkeiten, Auspuff, Unterboden und die Führung der Schiebetüren. Rost ist nicht bei jedem Fahrzeug das Hauptproblem, aber beschädigte Schweller oder schlecht reparierte Unfallschäden können den Kauf wirtschaftlich unattraktiv machen.
Auch die Sitzbezüge und die austauschbaren Innenraumstoffe sollte man nicht unterschätzen. Sie lassen sich zwar praktisch reinigen oder ersetzen, doch ein stark abgenutzter Innenraum verrät oft, dass das Auto intensiver genutzt wurde, als der Kilometerstand vermuten lässt.
Wann sich der ungewöhnliche Kleinwagen noch lohnt
Der 1007 ist für mich kein Modell, das man allein wegen eines niedrigen Kaufpreises kaufen sollte. Seine Stärken liegen in der Stadt, beim komfortablen Einstieg und bei der cleveren Raumnutzung. Wer genau diese Eigenschaften braucht und ein technisch geprüftes Exemplar findet, bekommt ein ungewöhnliches, alltagstaugliches Auto.
Abstand nehmen würde ich bei gleichzeitig defekten Schiebetüren, unklarer 2-Tronic, fehlendem Zahnriemennachweis und abgelaufener Hauptuntersuchung. Treffen mehrere dieser Punkte zusammen, ist selbst ein Preis unter 2.000 Euro kaum attraktiv.
Am vernünftigsten erscheint mir ein später Benziner mit Schaltgetriebe, vollständiger Wartung und nachweislich funktionierenden Türen. Dann bleibt der Peugeot 1007 auch 2026 ein sympathischer Nischen-Kleinwagen mit echter Alltagstauglichkeit und nicht bloß ein kurioses Auto, das auf dem Hof günstig aussieht.